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10.02.2012

Die nächste Künstlergeneration

Städelschule Rundgang 2012 Plakat (Ausschnitt)

Der Rundgang ist das wichtigste Datum an der Städelschule. 190 Kunststudenten präsentieren ihre Arbeiten.

 

Die Städelschule hat eine eigene Zeitrechnung. Das Datum der Jahreswende liegt im Februar, das große Ereignis ist der Rundgang. Drei Tage lang werden die Türen der Ateliers geöffnet, Partys veranstaltet und Preise verliehen. Vom 10. bis 12. Februar zeigen 190 Studenten in ihren Ateliers in der Dürerstraße 10 und Daimlerstraße 32 ihre Werke. Welche neuen Tendenzen gibt es? Womit beschäftigen sich die Künstler der nächsten Generation?

Was ist neu?

Wir haben vorab mit drei jungen Künstlern gesprochen. Es zeigen sich schnell sehr unterschiedliche Arbeitsweisen und Interessen. Doch eines haben alle drei gemeinsam: Eine starke Auseinandersetzung mit dem Bild, mit der Herausforderung, Bilder in der Gegenwart zu erschaffen. Alle drei Künstler haben ihre Nischen gefunden. Sie alle zeichnet ein reflektierter Umgang mit sich und ihren Arbeiten aus. Es ist eine Künstlergeneration, die das System Kunst kennt. Mit einem Bewusstsein für die Perspektive der Institutionen, Museen, Galerien und Kritiker.

Khaled Barakeh, USA ud a Vietnam, 2012, Copyright the artist

Kann Vergangenheit wieder Gegenwart werden?

Khaled Barakeh (*1976) erlebt die Städelschule als Spannungsfeld. „Hier bewegt sich alles zwischen Konkurrenz und freundschaftlichem Zusammenhalt.“ Für ihn ist es ein Ort, an dem man an sich selbst glauben muss. Seit 2010 studiert er in der Klasse von Simon Starling, davor schloss er an Kunsthochschulen in Odense, Dänemark und Damaskus, Syrien das Studium der Malerei ab. Seine künstlerische Praxis hat ihren Weg über die klassische Malerei hin zur Konzeptkunst gefunden. Nie hat er den Bezug zur sozio-politischen Realität verloren. Für den Rundgang entwirft Barakeh ein vielschichtiges Werk. In Dänemark ist er auf ein teilweise übermaltes Graffiti gestoßen. Zu lesen war „USA“, darunter folgten zwei durchgestrichene Zeilen. Seine Forschungen vor Ort ergaben, dass es sich um einen Schriftzug aus den 1960er Jahren handelt, mit dem die USA aufgefordert werden, Vietnam zu verlassen. Barakeh zeichnete zunächst die Worte nach, dann reproduzierte er das Stencil und forderte Künstlerfreunde in Irak, Ägypten, Afghanistan, den USA, Deutschland, Dänemark und vielen anderen Ländern auf, die Botschaft in ihren Städten zu verteilen. Eine bereits ausgelöschte Forderung wurde reaktiviert. Khaled Barakehs Arbeit stößt eine Auseinandersetzung mit der Vergangenheit an. Auf dem Rundgang wird Khaled Barakeh mit mehreren Arbeiten vertreten sein.

Graziano Capitta, Trust me I am a painting, 2012, Copyright the artist

Trust me – I do paintings

Graziano Capittas (*1983) ironische Bilder spielen mit dem von Douglas Crimp angekündigten „Scheitern der Malerei“. Capitta setzt sich in mehreren Schritten mit der Produktion seiner Bilder auseinander. Für den Rundgang sind drei Großformate entstanden. „Trust me I am a painting“ und „Figurative Painting is back“ hat er ursprünglich mit dem Kinderspielzeug Magna-Doodle entworfen, einer Zeichenplatte, bei der Bilder durch Magnetismus erzeugt werden. Anschließend hat er sie digitalisiert, groß skaliert und in bunten Fadings koloriert. Im finalen Schritt hat er die Bilder auf einen transparenten Träger gedruckt und farbig gerahmt. Die künstlerische Geste ist die Zeichnung auf der Magnettafel, für die weitere Bearbeitung bedient sich Capitta neuer Medien. Er ersetzt die traditionellen Bestandteile der Malerei: Zum Pinsel wird gewöhnliches Kinderspielzeug, zur Farbe wird die Photoshopskala und zur Leinwand werden Siebdruckfolien. Am Ende entsteht ein Bild, das den Malerei-Diskurs vollständig durchlaufen hat. Graziano Capitta bewegt sich an den Grenzen der Malerei und entwickelt neue, ironische Bildformen.

Jonas Weichsel, Untitled, 2012, Copyright the artist

Bild, Malerei und Metapher

Jonas Weichsel (*1982) beschäftigt sich intensiv mit der Komposition von Farbe und Fläche. Seine Arbeit sucht die Perfektion mit neuen Strategien der Konzeption. Für den Rundgang hat er eine Serie von CMYK-Siebdrucken geschaffen. Auf Büttenpapier erzielt er durch die Überlagerung von Grundtönen und den Einsatz verschiedener Drucktechniken eine erstaunliche Farbskala. Wesentlich für die Arbeit ist das Serien-Konzept: Die Komposition der Formen ist in jedem Bild identisch und entwickelt trotzdem eine neue Wirkung. Im Spannungsfeld zwischen freier Kombination und formaler Isolation bewegt sich auch Weichsels Malerei. Für den Rundgang ist ein 2,30m hohes Arrangement von Mustern entstanden. Für ihn sind seine Bilder „Kompositionen und Ideen, die in der Erinnerung überleben.“ Einzelne Elemente bestehen, werden verändert, wiederholt und arrangiert. Weichsels Werk schärft den Blick für das Einzelne. In seinen Bildern behauptet sich die individuelle Form. Isoliertheit, Abgrenzung und Präzision treiben seinen Stil voran.

Kunst, Preise und Party

Der Rundgang hat viel zu bieten. Begleitend sind in der Bibliothek Publikationen und Editionen erhältlich. Es gibt durchgehend kalte und warme Küche, zusätzlich verkehren samstags und sonntags von 11 – 20 Uhr kostenlose Shuttlebusse zwischen der Daimler- und Dürerstraße. Das Highlight ist die Preisverleihung, am Freitag, den 10. Februar um 19 Uhr in der Mensa der Dürerstraße. Anschließend findet ab 22 Uhr die Rundgang Party in der Daimlerstraße 32 statt.

Autor: Vivien Trommer

Bildergalerie, zur Vollbild-Ansicht bitte klicken:

  • Khaled Barakeh, USA ud a Vietnam, 2012, Copyright the artist
  • Städelschule Rundgang Plakat, 2012, Copyright Städelschule Frankfurt am Main
  • Graziano Capitta, Magna Doodle, 2012, Copyright the artist
  • Graziano Capitta, Trust me I am a painting, 2012, Copyright the artist
  • Graziano Capitta, Figurative Painting is back, 2012, Copyright the artist
  • Jonas Weichsel, Untitled, 2012, Copyright the artist

Städelschule Rundgang 2012
Freitag 10.02.2012 bis Sonntag 12.02.2012, 10 – 20 Uhr
Eröffnung mit Preisverleihung: 10.02.2012, 19 Uhr, Dürerstraße 10

Preisverleihung:
Bernbeck-Stiftung Förderpreis / Jürgen H. Conzelmann Preis / Engel & Völkers Preis / PRE Real Estate Deutschland Preis / Rentenbank Preis / Stylepark Preis / Linklaters Preis / Ernst & Young Preis / DIC Preis
Jury: Simon Starling und Anja Nathan-Dorn

Party:
Main floor
Danile Fort
Benjamin Tritschler
Cotsios o Pikatillis (G41)
Teknon Brutus (Tonkind)

Mensa floor
Tribe has Spoken
Sebastian Kofink / Peter Parker
(Karawanserei, Basic Patterns)

Eintritt 7,-
Gästeliste 3,-

Website von Khaled Barakeh:
khaledbarakeh.com/

Website der Veranstaltung auf Facebook:
facebook.com/rundgang

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